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Beziehungsgestaltung auf Augenhöhe in Kontakt mit meinem Kind

Mhm, wo fange ich an?

Am besten damit mich selbst zu beglückwünschen, denn ich schreibe gerade an meinem 1.Blog, und der ist sowas von überfällig!

Mit 11 Jahren begann ich Tagebuch zu schreiben - inzwischen nutze ich zumeist die Sprachmemo-Funktion meines Handys, um mir Erlebtes von der Seele zu schreiben bzw. zu sprechen und zu reflektieren.

Die Schwangerschaft und Geburt meines Sohnes und die neue Erfahrungswelt der Elternschaft brachte und bringt soviel Gehaltvolles und Wertvolles mit sich - da liegt es doch nahe, eeendlich Bloggerin zu werden und diese Kostbarkeiten und ja, irgendwie auch Weisheiten auf diesem Wege für die Ewigkeit festzuhalten und gleichsam mit Dir, die Du dies liest, zu teilen!

 

Der Anlass für meinen 1.Blogartikel war die Anfrage einer lieben Kollegin, ob ich nicht Lust hätte einen Gastartikel für ihre Homepage zu schreiben:

YES, here I am!

Doch worüber schreiben? Wo anfangen? Mein größtes Thema ist Beziehungsgestaltung auf Augenhöhe - mit mir selbst, mit meinem Partner, meinem Kind, meiner Familie, mit Freunden, mit den Menschen, die mir auf meinem Weg begegnen. Beziehungen in Kontakt. Begegnungen auf Augenhöhe. Ja, dafür lohnt es sich!

Obgleich mich das Thema schon lange begleitet, hat es doch mit der Schwangerschaft und Geburt meines Sohnes eine neue Dimensionsebene erreicht.

Wie kann ich dafür Sorge tragen, dieses Menschenwesen gemeinsam mit meinem Mann bestmöglich auf die Welt zu bringen und in dieser Welt zu begleiten?!

Ich verspüre sehr viel Dankbarkeit für meinen Weg und die vielen Impulse, die mich auf meinem Weg geleitet und gelenkt haben. Im Vertrauen darauf, dass alles zur rechten Zeit - rechtzeitig - auf mich zukommt. Und ja, so empfinde ich es: Die Reise geht immer weiter und bleibt spannend und der Weg entsteht Schritt für Schritt unter meinen Füßen, während ich voran schreite.

Was sind nun also die Zu-Taten und Seins-Qualitäten im täglichen Miteinander mit meinem Kind?

Schlüsselbegriffe waren und sind hier für mich:

  • Bindungs- und Bedürfnisorientierung
  • Zeit(raum) geben
  • Gehen mit dem, was ist

Der 1.Punkt umfasst ein riesengroßes Feld (Schlagwörter wie "Attachment Parenting", "Beziehung statt Erziehung" bzw.  "unerzogen" und "artgerecht" seien hier genannt), das mir wahrlich Orientierung bietet und mich in meinem intuitiven Muttergefühl bestätigt und stärkt! Ganz einfach auf den Punkt gebracht: Alles, was es braucht ist Liebe für und Vertrauen in unsere Kinder!!!

 

Was für ein unbeschreibliches Geschenk ich meinem Kind damit mache, wenn ich es von Anfang an als gleichwürdig (er)achte! So bin ich bereits während der Schwangerschaft mit meinem "Bubi", wie ich ihn zuerst nannte, in Kontakt und Kommunikation gegangen, habe ihm mein Erleben und Fühlen mitgeteilt und auf seine Zeichen geachtet. Inzwischen empfinde ich uns als richtig gutes Team und genieße mit seinem zunehmenden Alter  - er ist jetzt gute eineinhalb - das steigende Maß an Kommunikationsmöglichkeiten. Sei es über Baby-Zeichensprache, über "säuglingisch" (was ich zwar fließend spreche, doch nur selten wirklich zu verstehen glaube), einzelne Wörter oder auch einfach ohne Worte, über Gestik und Mimik bzw. mit den für den Saarländer typischen "M-hm-Lauten", deren Bedeutung sich über die sich ändernde Intonation erschließen lässt :o) (mein Mann ist Saarländer und mein Sohn hat das offenbar direkt übernommen).

 

Was bedeutet Gleichwürdigkeit?

Gleichwürdigkeit bedeutet für mich, seinen Ausdruck von "Nein" genauso zu akzeptieren und zu respektieren wie ich es bei einer guten Freundin tun würde. Ich nehme ihn in seiner Wahrnehmung ernst und achte seine Grenzen.

Ja, ich habe mehr Lebenserfahrung, doch er ist Meister im Sich-Spüren. Und ja, er ist klein und hilflos, deshalb ist es umso wichtiger, meine Macht nicht zu missbrauchen, sondern in die liebevolle Verantwortung zu gehen.

Ich beantworte seine Bedürfnisse so prompt wie ich sie verstehe und es mir möglich ist. Ich bin so gut ich es vermag für ihn da und ja, ich nehme mich dafür auch zurück. Das ist mein Geschenk an ihn. Sein Geschenk an mich ist ein ausgeglichenes und friedvolles Gemüt und ein ungebrochenes Urvertrauen!

 

Der 2.Punkt ist nicht weniger essentiell und beinhaltet ganz stark den Aspekt des "Ich habe Vertrauen in mein Kind". Das bedeutet, ich gehe den einfachen Weg und lasse meinem Sohn die Zeit, die er braucht, um etwas umzusetzen, zu lernen, sich zu entwickeln,.... Zeit(raum) geben bewirkt sowohl eine entspannte innere Haltung meinerseits, Entschleunigung im Alltag als auch die Entwicklung eines starken Selbstvertrauens meines Kindes.

Zeit(raum) geben bedeutete für uns aber auch, unseren Sohn in seinen ersten Lebensmonaten in Ruhe ankommen zu lassen und die Außen-Reize gering zu halten.

Klar bleibt dabei vieles unerledigt und klar stecke ich auch zurück, was meine vermeintlichen Bedürfnisse angeht, doch es ist alles eine Frage der Sichtweise. Weniger ist eindeutig mehr! Und alles hat seine Zeit. Jetzt ist eben die Zeit, die ich meinem Sohn voll und ganz widme, um ihm einen optimalen Start in diesem Leben zu ermöglichen und eine Basis zu schaffen, auf der er aufbauen kann. Und, ganz ehrlich, es gibt mir so unglaublich viel Freude und Bestätigung, wenn ich Tag für Tag sehe, wie er gedeiht und erblüht und voller Urvertrauen seinen Weg geht! Ja, genau so soll Kindheit sein!

 

Ich gehe mit dem, was ist.

Dieser 3.Punkt lehrt mich im Jetzt zu sein und Loszulassen, was gerade nicht (mehr) dran ist. Flexibilität wird hier groß geschrieben. Das kann schon mal bedeuten, dass in jedem Zimmer eine angefangene Baustelle vorzufinden ist. So what! Zeitweise fand ich das sehr unbefriedigend, doch hey - dann mache ich mir wieder einmal bewusst, welch Privileg es ist, nicht arbeiten gehen zu müssen, sondern den Tag gemeinsam mit meinem Sohn gestalten zu dürfen!

Zeit(raum) geben und gehen mit dem was ist greifen sehr stark ineinander. In jedem Fall bedeutet es ein Miteinander ohne Kampf! Denn die Erfahrung lehrt mich, dass die Welt eine Weile später schon wieder ganz anders aussieht. Wenn es z.B. gerade für meinen Sohn nicht der Zeitpunkt zum Zähne putzen ist, akzeptiere ich das ohne Weiteres und docke später nochmal bei dem Thema an. Am besten, indem ich es selbst vorlebe, meine Zähne putze und ihm erneut seine Bürste zum "Zähne Kitzeln" anbiete. Und wenn es die Bürste gerade gar nicht ist, dann ist es zumindest der nasse Waschlappen, auf dem er mit Vorliebe herum kaut ;o)

 

So, der Anfang ist gemacht! Fortsetzung folgt :o)

Ich freue mich, wenn meine Erlebenswelt Dir neue Impulse schenkt und bereichernde Sichtweisen eröffnet.